Das Buch

Die Idee zum Buch „Die neue Trinkkultur“ entstand erstmals während ich mit meinem ersten Kind schwanger war. Zustandsbedingt hatte ich Hunger, viel Hunger und ging viel essen. Die Situation war immer die gleiche: alle Menschen, die mit mir essen gingen, wurden wort – und kenntnisreich vom Weinkellner oder Sommelier beraten – ich wurde nur gefragt, ob ich ein Wasser mit oder ohne Kohlensäure möchte. Meine Lieblingsantwort auf meine Frage, ob es eine Alternative zum Wasser gäbe, war: der Saftsommelier hätte heute frei. Wahnsinnig komisch.

Aber auch nach den Schwangerschaften und Stillzeiten mit meinen Kindern wollte ich gerne eine Alternative zu Wein, Bier oder Sake haben. Dieses Thema schien schwierig zu sein – und ist es bis heute. Nur wenige Restaurants bieten eine alkoholfreie Begleitung zu ihren Speisen an. Ich führte diverse Gesprächen mit Sommeliers und Gastronomen – und verstand, dass es für eine gute Speisebegleitung einerseits eine zusätzliche Person braucht – quasi zwischen Küche und Bar. Ein Mixologist in der Küche. Oder ein Koch hinter der Bar. Doch es  braucht in erster Linie einen Gastronomen, der dieses Thema wirklich ernst nimmt. Viele Gastronomen sagten mir, das würde sich nicht lohnen. Oder da würde nie jemand danach fragen. Da war es wieder –  das klassische Dilemma zwischen Huhn und Ei.

Die Gastronomen und Chefs, die offensiv auf ihrer Karte die alkoholfreie Begleitung anbieten, wie z.B. Nils Henkel auf Burg Schwarzenstein, Andreas Döllerer in Döllerers Genießerrestaurant, Sebastian Frank im Horvárth oder Andreas Rieger im einsunternull, stellen fest, dass nicht nur Autofahrer, Schwangere oder Menschen, die aus anderen Gründen keinen Alkohol trinken mit großem Genuss die abwechslungsreichen Alternativen ausprobieren. Zunehmend bestellen Gäste eine gemischte Begleitung  – einige Gänge mit Alkohol und andere ohne. Weil da spannende Sachen im Glas sind. Neue Getränke, die sich individuell auf die Speisen einlassen können. Ein individuell auf die Speise abgestimmtes Getränk ist wie ein Maßanzug – und passt perfekt.

Im Buch stelle ich diverse Getränke vor, dazu paar Hintergrundinformationen und Pairings. Der Leser kann damit zuhause seine Speisen begleiten, oder aber auch mit dem Wissen ins Restaurant gehen und sich ein passendes Getränk auswählen (natürlich nur, wenn die Karte der alkoholfreien Getränke nicht nur aus Colafantasprite besteht).